AnGedacht

Du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Psalm 31, Vers 9

 

  

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was tun, wenn es eng wird? Wenn mich Termine und Aufgaben gefangen nehmen und in Panik geraten lassen ..., wenn mir Zukunftsängste den Nachtschlaf rauben ..., wenn ich dem Tempo und den Anforderungen unserer mobilen und flexiblen Leistungsgesellschaft nicht mehr folgen kann und mich wie gelähmt fühle ..., wenn ich mich nur noch zurückziehen möchte, weil ich von Menschen enttäuscht und verletzt wurde ..., wenn ich Fehler gemacht habe und mich die Schuldgefühle erdrücken ...?

Bei Anselm Grün habe ich einmal gelesen, dass er vor Problemen, für die er keine Lösung finden kann, im wahrsten Sinne des Wortes, einfach davonläuft.

"Davonlaufen" ist doch auch keine Lösung, mögen Sie jetzt vielleicht denken.

Aber es geht dem Benediktinermönch nicht darum, die Augen zu verschließen und die Schwierigkeiten zu verdrängen. Wenn ich in Bewegung komme, dient das erwiesenermaßen dem Abbau krank machender Stresshormone. Im "Weglaufen" wende ich meinen Problemen zunächst den Rücken zu und gewinne dabei den nötigen Abstand, der mir helfen kann, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Das tut gut und vielleicht verhilft eine schöne Aussicht auch zu neuen Einsichten. Wohl dem, der einen achtsamen Freund hat, der ihn dann, wenn er selbst es nicht mehr kann, an der Hand nimmt und aus der Enge herausholt.

In der Bibel im 31. Psalm bedenkt der inzwischen alte König David sein Leben, in dem er immer wieder gescheitert ist und Neuanfänge im Glauben erlebt hat. Er, der unerschrockene Krieger, klug, mutig und führungsstark, hat Neid, Misstrauen und Häme erlebt. Er hat seine Macht missbraucht, musste vor Feinden fliehen, hat unter seiner Schuld und großen Ängsten gelitten.

Er sehnt sich nach Befreiung und Raum zum leben und atmen. In seiner Not wendet er den Blick zu Gott, der ihm immer "schützende Burg, Halt und Sicherheit" gewesen ist. Er vertraut darauf, dass Gott ihn nicht seinen Feinden ausliefern wird und drückt dies mit einem wunderbaren Bild im bekannten Vers 9 aus: "Du stellst meine Füße auf weiten Raum."

"Weiter Raum" - das hört sich gut an.

Weite bedeutet für David jedoch nicht Grenzenlosigkeit. Im "weiten Raum" kann er leben, umgeben, geschützt und gehalten von seinem Gott. Auch wenn alles über ihn hereinbrechen würde, weiß er seine Zeit in Gottes Händen und vertraut seiner Güte, die er schon vielfach erlebt hat.

Ihr Pfarrerin

Martina Lieb

  

 

Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21, Vers 6