Nach den Sommerferien 2017 findet in unserer Gemeinde eine kleine Aktion zur Reformation statt. In acht Gottesdiensten stellen wir kurze reformatorische Impulse vor. Kurz und knapp - Luther für unterwegs, für die Hosentasche oder zum Mitnehmen. Lassen Sie sich überraschen!

Am Ende unserer Impulse feiern wir einen Gottesdienst zur Reformation mit Singkreis und Posaunenchor am 29. Oktober 2017 um 9.30 Uhr in der Andreaskirche.

Herzliche Einladung!

 

  

16.09.2017 - Ein feste Burg ist unser Gott

Ein feste Burg ist unser Gott,
ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not,
die uns jetzt hat betroffen.

Text und Melodie: Martin Luther / EG 362

  

"Ein feste Burg ist unser Gott" ist eines der bekanntesten Lieder Martin Luthers. Das Lied besingt die große Entdeckung der Reformation. Gott ist eine feste Burg, ein sicherer Zufluchtsort. Die Frage der Menschen zur Zeit Luthers war, wie man sich zu dieser Burg den Zutritt verschafft. Oder: Wie bekommt man einen Schlüssel fürs Burgtor?

Der Schlüssel, so heißt es in der zweiten Strophe, ist "Jesus Christ". Durch ihn wird die feste Burg für alle Menschen ein Zuhause. Nicht nur für besonders reiche oder besonders fromme. Diese göttliche Burg ist ein Ort, an dem ich zur Ruhe kommen und auftanken kann. Von hier aus kann ich den Unsicherheiten meines Lebens etwas entgegensetzen.

Martin Luther hat selbst eine Zeit lang auf einer Burg, der Wartburg, gelebt. Er hatte viele Feinde. Auf der Burg war er vor ihnen sicher. Er arbeitete Tag und Nacht, übersetzte die Bibel ins Deutsche und schrieb theologische Schriften. Damit hat er die Welt verändert. Deshalb war eine Burg für Martin Luther nicht nur ein Zufluchtsort, sondern auch ein Ort, von dem aus man die Welt verändern konnte. Daran erinnert die Aktion 500 Chöre. Gesucht werden 500 Chöre, die das Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" singen, aufnehmen und auf der Homepage der Aktion einstellen. Für jedes Video geht eine Spende von 100 Euro an Brot für die Welt.

Hier können Sie das Video des Kindergartens Blumenwiese ansehen:

  

  

Copyright: Video: www.ekidi.de

Text: Martina Lieb / Video: Harald Ulmer

 

 

24.09.2017 - Allein durch Gnade

Ich aber liebte den gerechten Gott nicht, ja ich hasste ihn; denn ich fühlte mich vor Gott als Sünder mit einem ganz und gar ruhelosen Gewissen und konnte das Vertrauen nicht aufbringen, er sei durch meine Genugtuung versöhnt.

Martin Luther

  

Der Mensch verdreht und verkehrt alles.

Er will Gott nicht Gott sein lassen, weil er selbst der Retter seines Lebens und der Welt sein möchte.

Er will sich und seine Mitmenschen nicht Mensch sein lassen, weil er sich und andere ständig unter Druck setzt, das Beste aus dem Leben herauszuholen.

Er will die Kirche nicht Kirche der frohen Botschaft sein lassen, sondern macht sie zur moralischen Instanz. An dieser Verdrehung der Dinge hat Martin Luther als junger Augustinermönch sehr gelitten. Vermutlich im Jahr 1517 macht er inmitten seiner Zweifel die große Entdeckung, die Gott, Mensch und Kirche wieder ihren rechtmäßigen Platz zurückgibt.

Beim Lesen des Römerbriefs erkennt er: Gott ist durch und durch der rettende, befreiende, erlösende Gott. Gott ist kein streng richtender Gott. Seine Göttlichkeit zeigt sich darin, dass er allein aus Gnade handelt. Und die Menschlichkeit des Menschen besteht darin, dass er vom Anfang bis zum Ende seines Lebens nicht ein Machender, sondern ein Empfangender ist. Ein Empfangender der Gnade Gottes. Diese Gnade ist es, die mein Leben heil macht und nicht irgendetwas anderes, was ich tue oder lasse. Allein aus Gnade lebe ich.

  

Zum Impuls erhielt jeder einen Keks mit dem Motiv der Lutherrose.

  

Die Rose eines Fensters der Augustinerkirche in Erfurt wird für Martin Luther das Zeichen dieser Entdeckung. Später wird die sogenannte Lutherrose das Siegel seiner Briefe. Die Rose erinnert ihn an die süße Gnade Gottes. Lassen auch Sie sich erinnern.

Text: Martina Lieb

   

 

01.10.2017 - Der neue Glaube, ein Brautring, der verbindet

Der Glaube gibt nicht nur dies, dass die Seele dem göttlichen Wort gleich, aller Gnaden voll, frei und selig wird, sondern vereinigt auch die Seele mit Christus, wie eine Braut mit ihrem Bräutigam.

Von der Freiheit eines Christenmenschen / Martin Luther

 

Über den Glauben schreibt Luther einmal folgendes: Der Glaube sei wie ein Brautring bei der Eheschließung zwischen einer Braut (der menschlichen Seele) und ihrem Bräutigam (Christus). Durch diesen Bund begründen die Eheleute eine Lebens-, Güter-, Leidens- und Glücksgemeinschaft: Was die Seele an Schulden und Lasten mitbringt, macht sich Christus zu eigen und kommt dafür auf. Was Christus an Gütern und Seligkeit mit in die Ehe bringt, kann nun die Seele genießen. So kommt es, dass die Seele durch den Glauben ein "wahrhaftiges Kind Gottes" wird.

 

Bei diesem Lutherimpuls erhielt jeder einen "Loom"-Ring.

   

Das bedeutet: Vor aller Forderung und Leistung, vor allem Handeln und Dienen, vor aller Verantwortung und lange bevor der Mensch etwas aus sich macht, ist er schon jemand - ein Mensch, von Gott geliebt.

So viele Menschen leben mit der Angst, dass sie den Anforderungen des Lebens auf Dauer nicht gewachsen sind. Immer wieder die Sorge, dass es am Ende nicht reicht: Die Zeit nicht, die Leistung nicht, der Gewinn nicht, die Kraft nicht.

Könnte man Martin Luther noch fragen, würde er all diesen Menschen vielleicht zurufen: "Hör auf immer noch mehr zu wollen. Du musst nicht weiter funktionieren. In deinem Inneren entscheidet sich, ob du frei oder unfrei bist. Lass dich beschenken durch die Begegnung mit Christus. Durch die Entdeckung, wer du bist: ein Kind Gottes und freier Herr über alle Dinge!"

Text: Martina Lieb / Foto: Harald Ulmer

   

 

08.10.2017 - Die Schrift ist ein Kräutlein

Die Heilige Schrift ist ein Kräutlein;
je mehr du es reibst,
desto mehr duftet es.

Martin Luther

 

Im Leben, Sterben und Auferstehen von Jesus Christus zeigt Gott sich als liebender Vater, der den Menschen seine rettende Hand entgegenstreckt. Diese freudige Botschaft sollen die Völker der Erde hören. Schon in den ersten Jahrzehnten tragen die Christen die Botschaft und das Buch nach Europa.

Doch anderthalb Jahrtausende später verschließt eine mächtig gewordene Kirche in Europa den Gläubigen die Heilige Schrift. Die lateinische Bibel verstehen nur die Gelehrten und nur die Kirche hat das Recht, sie zu deuten. Dem aber widersprechen die Reformatoren: Letzte Autorität ist allein die Schrift selbst. Von ihrer Mitte her, dem Evangelium von Jesus Christus, kann jeder Gläubige die Bibel ohne kirchliche Bevormundung ergründen. Diese fröhliche Freiheitsbotschaft schreiben sich die Kirchen der Reformation auf die Fahnen und nennen sich darum evangelisch. Eine neue persönliche Entdeckungslust ist angesagt: "Die Heilige Schrift ist ein Kräutlein; je mehr du es reibst, desto mehr duftet es", empfiehlt Luther.

Luther weiß allerdings, dass Menschen das Kräutlein Heilige Schrift nur reiben und den Duft riechen können, wenn sie eine zuverlässige und verständliche Bibelübersetzung in die Hand bekommen. Er benutzt als Vorlage nicht die lateinische Übersetzung der Kirche, sondern die hebräischen und griechischen Urtext-Ausgaben seiner Zeit. Luthers Richtschnur bei der Bibelverdeutschung ist die Alltagssprache seiner Landsleute: "... man muss die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, den gemeinen Mann auf dem Markt drum fragen, und den selbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetschen, so verstehen sie es denn und merken, dass man Deutsch mit ihnen redet."

 

   

Diesen Luther-Impuls begleitet ein wohlriechendes Kräutlein. Möge es Sie dazu einladen, in der Bibel zu lesen und sie zu erfahren als Kräutlein, das zu reiben sich lohnt.

Text: Martina Lieb / Foto: Harald Ulmer

   

 

15.10.2017 - Allein durch Christus

Der Glaube ist ein steter und unverwandter Blick auf Christus.

Martin Luther

 

Die Auswahl ist riesig! New Age, Esoterik, Seelenwellnessratgeber - der religiöse Markt boomt. Am liebsten wählen wir selbst aus, was wir glauben wollen. Aber reicht das, wenn es wirklich hart auf hart kommt? Wenn meine zurechtgelegten Ansichten nicht funktionieren?

"Was hält dich wirklich im Leben?" - so fragten sich sinngemäß schon die Reformatoren. Ihre Antwort war einfach: Jesus Christus. Denn nichts ist ihm fremd in diesem Leben - tiefstes Leid in seinem Kreuzestod, größte Höhe in seiner Auferstehung. Die Reformatoren spürten: Zwischen Kreuz und Auferstehung passt ein ganzes menschliches Leben in allen seinen Wetterlagen.

Die lateinische Formel solus Christus ist ein kurzer Ausdruck für diesen Kernpunkt reformatorischer Theologie: In Christus allein ist Gott eindeutig zu finden, und an Christus allein soll der Mensch glauben. Wo wir ihn in den Blick nehmen, beginnen sich die Rätsel unseres Lebens zu lösen.

 

Für die Druckversion klicken Sie bitte auf das Bild.

  

In Erinnerung daran begleitet diesen Impuls ein Rätsel. Die Lösung finden Sie ab kommenden Sonntag in der Kirche und hier auf unserer Homepage.

   

 

22.10.2017 - Unser Leben, eine Schiffahrt

Den Impuls können Sie ab dem entsprechenden Tag hier nachlesen.

   

 

29.10.2017 - Ein neuer Schutzmantel

Den Impuls können Sie ab dem entsprechenden Tag hier nachlesen.

   

 

05.11.2017 - Vom Himmel hoch, da komm ich her

Den Impuls können Sie ab dem entsprechenden Tag hier nachlesen.